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Vor dem Hintergrund der arbeitsmarktpolitischen Reform nach Hartz IV hat sich der Landkreis Emsland als einer der Optionslandkreise für die Betreuung der zukünftigen Arbeitslosengeld-II-Empfänger und der weiteren Aufgaben gemäß Hartz IV mit Wirkung ab 01.01.2005 beworben. Das hiesige Handwerk und die örtlichen Bildungsträger haben diesen Schritt des Landkreises begrüßt, da die festverwurzelten Kontakte des Landkreises in die einzelnen Gemeinden bis runter zu persönlichen Kontakten zu einzelnen Arbeitslosengeld-II-Beziehern gemeinsam mit den neuen Instrumentarien von Hartz IV einen gewissen "frischen Wind" in die Situation der Leistungsempfänger bringen sollte.

Für die Erfüllung dieser Aufgaben steht ein
Team von erfahrenen Mitarbeiterninnen und Mitarbeitern bereit
Gerade das Bildungswerk des Lingener Handwerks e. V., das sich bereits seit Jahren erfolgreich mit der Bundesagentur für Arbeit um Langzeitarbeitslose gekümmert hat, hatte großes Interesse daran, seine Erfahrungen und erarbeiteten Kompetenzen auch in einer engen Zusammenarbeit mit dem Landkreis Emsland wieder einzubringen.
Gemeinsam mit den vom Landkreis Emsland eingestellten Fallmanagern und Fallmanagerinnen wurden einzelne Lehrgangskonzepte und Module entwickelt, um ein möglichst breit gefächertes Angebot zu schaffen, die an den Landkreis herangetretenen Bezugsempfänger umgehend und möglichst passgenau zu betreuen. Dieses Angebot reicht von der direkten Vermittlung in Betriebspraktika über die Zuweisung in einzelne Qualifikationsmaßnahmen bei uns als Träger bis hin zur Vermittlung und Nachbetreuung in sogenannten "Starterjobs", so dass für das breite Spektrum der ALG-II-Empfänger jeweils mögliche Antworten parat liegen.
In enger Abstimmung mit den Fallmanagern und den sonstigen Mitarbeiterninnen und Mitarbeitern des zuständigen Fachbereichs 52 (Arbeit) des Landkreises Emsland ist es somit gelungen, eine gute Basis zu schaffen, in der die Region integriert wird für die Region aktiv zu werden.
Gespannt wird dabei die Entwicklung beobachtet, wie diese arbeitsmarktpolitischen Reformen wirken und inwieweit die Optionsmodelle des Landkreises Emsland greifen. Das Handwerk hat sich entschieden den Landkreis dahingehend zu unterstützen, dieses gesamtgesellschaftliche Problem zu bearbeiten. Ein gemeinsamer Weg der sicherlich schwierig sein wird aber nur gemeinsam gegangen werden kann.
Übersicht der Maßnahmen:
Maßnahme „AQuA“ – Aktivierung, Qualifizierung und Arbeit
Seit Januar 2005 wird in unserem Hause die Maßnahme TM ALG II, jetzt AQuA, für Teilnehmer/innen über 25 Jahre in Kooperation mit dem Landkreis Emsland durchgeführt.
Bisher sind 15 Durchgänge der Maßnahme mit je ca. 25 – 30 Teilnehmer/innen durchgeführt worden. Jeder einzelne Durchgang dauerte 12 Wochen. Die einzelnen Durchgänge in der neuen Maßnahme AQuA dauern jetzt 4 Monate.
In diesen 4 Monaten erhält jeder Teilnehmer die Möglichkeit, sich entsprechend seiner Fähigkeiten und Kenntnisse beruflich zu orientieren. Dabei kann auf ein breites Spektrum an Möglichkeiten wie z. B. Berufsfindung/Berufswegplanung, Bewerbungstraining, Praktika, Erarbeiten unterschiedlichster Kenntnisse im handwerklichen, kaufmännischen oder auch informationstechnischen Bereich. Erweiterung von Allgemeinkenntnissen, Knigge im Beruf etc. zurückgegriffen werden. Zur Unterstützung der Teilnehmer wird eine intensive sozialpädagogische Betreuung geboten.
Inhalte:
EDV |
Vermittlung von Grundlagen der EDV
Textverarbeitung – allgemeine Formatierung zur Erstellung von halbprivaten Briefen und Lebensläufen etc.
Internetnutzung – Sicherheit, eMail
Bewerberprofil im Internetportal der Agentur für Arbeit
Onlinebewerbungen |
Bewerbungstraining |
Erstellen und Versenden individueller Bewerbungsunterlagen
Umgang mit Absagen auf Bewerbungen
Erstellen eines eigenen Fragenkataloges für ein Vorstellungsgespräch
Verhalten im V-Gespräch
Üben von V-Gesprächen
Auswertung von V-Gesprächen
Erstellen und Auswerten von Arbeitszeugnissen
Neue Deutsche Rechtschreibung
fachbezogene Mathematik (Prozentrechnung, Zinsrechnung, Bruchrechnung)
etc. |
Berufsfindung und Berufswegplanung |
Erarbeiten beruflicher Perspektiven für Teilnehmer, die den erlernten Beruf aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr ausüben können bzw. für Teilnehmer, die bisher keinen Beruf erlernt haben
Strategische Zielplanung |
Arbeits- und Sozialkunde |
Rechte und Pflichten am Arbeitsplatz
Rechte und Pflichten eines Arbeitnehmers
Arbeitssicherheit
Knigge im Beruf |
Stellenrecherche |
Umgang mit Printmedien
Lesen und Deuten von Stellenanzeigen
Erstellen eigener Stellenanzeigen
Stellenrecherche im Internet |
Betriebspraktikum/
Arbeitserprobung |
vermittelt Erfahrungen in einem eventuell neu gewählten Berufsbereich
gibt die Möglichkeit, für einen Arbeitsplatz zu profilieren |
Ziel: |
Integration in den 1. Arbeitsmarkt |
Maßnahme „AQJ“ – Ausbildung und Qualifizierung für Jugendliche
Seit August 2008 wird die Maßnahme AQJ von der NBank mit Mitteln aus dem europäischen Sozialfonds gefördert und in Kooperation mit dem Landkreis Emsland in unserem Hause durchgeführt.
Jeder einzelne Durchgang wird in einem Zeitraum von 6 Monaten durchgeführt. Die ersten 6 Wochen der Maßnahme werden zur Aufarbeitung diverser Defizite genutzt, weiterhin werden Bewerbungstraining und Kompetenztraining durchgeführt. In den folgenden 20 Wochen sollen Betriebs-Praktika den Jugendlichen Gelegenheit geben, sich im gewählten Berufsbereich zu profilieren, um einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Die Maßnahmedauer kann bei Bedarf in Einzelfällen bis zu 12 Monaten verlängert werden.
In Einzelfällen besteht während der Praktikumsphase die Möglichkeit, bei mangelnder Eignung für eine Vollausbildung das angestrebte Berufsziel bzw. einen Teilaspekt des Berufsbildes in einzelnen Qualifizierungsphasen, sogenannten Qualifizierungsbausteinen, zu erwerben. Die Bausteine sind so gehalten, dass der Jugendliche mit der erworbenen Qualifizierung auf dem 1. Arbeitsmarkt gute Vermittlungs- und Verdienstchancen erhält.
Zur Unterstützung der Teilnehmer wird eine intensive sozialpädagogische Betreuung geboten.
Als Grundbaustein für die Konzipierung des AQJ diente uns die GQJ-Maßnahme für Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren mit und ohne Berufsausbildung. Wir hatten mit dem neu konzipierten AQJ bis August 2009 einen ebenso großen Erfolg, wie wir ihn mit der Vorgängermaßnahme GQJ hatten, die seit Mai 2005 in 11 Durchgängen mit durchschnittlich 16 – 20 Teilnehmern in unserem Hause durchgeführt wurde.
In der seit August 2009 laufenden neuen AQJ-Maßnahme ist die Altersbegrenzung auf 27 Jahre angehoben.
Inhalte:
EDV |
Vermittlung von Grundlagen der EDV
Textverarbeitung – allgemeine Formatierung zur Erstellung von halbprivaten Briefen und Lebensläufen etc.
Internetnutzung – Sicherheit, eMail
Bewerberprofil im Internetportal der Agentur für Arbeit
Onlinebewerbungen
Xpert-Pass |
Bewerbungstraining |
Erstellen und Versenden individueller Bewerbungsunterlagen
Umgang mit Absagen auf Bewerbungen
Erstellen eines eigenen Fragenkataloges für ein Vorstellungsgespräch
Verhalten im V-Gespräch
Üben von V-Gesprächen
Auswertung von V-Gesprächen
Erstellen und Auswerten von Arbeitszeugnissen
Neue Deutsche Rechtschreibung
fachbezogene Mathematik (Prozentrechnung, Zinsrechnung, Bruchrechnung)
etc. |
Kompetenztraining
Berufsfindung und Berufswegplanung |
Erarbeiten der eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse
Erarbeiten beruflicher Perspektiven
Knigge im Beruf |
Arbeits- und Sozialkunde |
Rechte und Pflichten am Arbeitsplatz
Rechte und Pflichten eines Arbeitnehmers
Arbeitssicherheit |
Stellenrecherche |
Umgang mit Printmedien
Lesen und Deuten von Stellenanzeigen
Erstellen eigener Stellenanzeigen
Stellenrecherche im Internet |
Betriebspraktikum/
Arbeitserprobung |
vermittelt Erfahrungen in einem eventuell neu gewählten Berufsbereich
gibt die Möglichkeit, für einen Arbeitsplatz zu profilieren |
Qualifizierungsbausteine |
Erwerb bundeseinheitlicher Qualifizierungsbausteine in unterschiedlichen Berufsbereichen |
Ziel: |
Integration in den 1. Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt |
Maßnahme „TifFi“ – Teilzeitintegration für Frauen in Arbeit
Die Maßnahme TifFi ist seit Juli 2009 die Nachfolge der Maßnahme „SALZ“ – Systemische Arbeitsmarktintegration Lernen für die Zukunft.
In Kooperation mit der VHS Papenburg und dem Landkreis Emsland wurde von Januar 2008 bis Juni 2009 die Maßnahme SALZ, gefördert mit Mitteln aus dem europäischen Sozialfonds, in unserem Hause durchgeführt. Die Maßnahme hatte eine Laufzeit von insgesamt 18 Monaten. Während dieser Zeit wurden 68 Frauen nach der Familienphase betreut und konnten zu einem Großteil erfolgreich wieder in das Berufsleben integriert werden. Ihnen wurde neben dem Erwerb nachhaltig verwertbarer Qualifikationen unter anderem durch intensive sozialpädagogische Betreuung die Möglichkeit geboten, ihre Fähigkeiten weiter auszubauen und sich neben der Betreuung ihrer Familien wieder einen Platz im Arbeitsleben zu erarbeiten.
Inhalte:
Profiling |
Eignungsanalyse
Stärken- und Schwächenanalyse
Ausführliche gemeinsame Auswertung mit der Teilnehmerin |
EDV |
Vermittlung von Grundlagen der EDV
Textverarbeitung – allgemeine Formatierung zur Erstellung von halbprivaten Briefen und Lebensläufen etc.
Internetnutzung – Sicherheit, eMail
Onlinebewerbungen
Xpert-Pass |
Bewerbungs-/Kommunikationstraining |
Grundlagen der Kommunikation
Erstellen und Versenden individueller Bewerbungsunterlagen
Erstellen eines eigenen Fragenkataloges für ein Vorstellungsgespräch
Verhalten im V-Gespräch
Üben von V-Gesprächen
Auswertung von V-Gesprächen
Erstellen und Auswerten von Arbeitszeugnissen
etc. |
Berufsfindung und Berufsorientierung |
Erarbeiten beruflicher Perspektiven für Teilnehmerinnen, die den erlernten Beruf aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr ausüben können bzw. für Teilnehmerinnen, die bisher keinen Beruf erlernt haben unter Berücksichtigung der Kinderbetreuungszeiten
Strategische Zielplanung |
Arbeits- und Sozialkunde |
Gezielte Informationen über die Kinderbetreuungsangebote vor Ort
Vorträge zu Themen, wie z. B. Erziehungshilfen, Gewaltschutzgesetz, ...
Rechte und Pflichten am Arbeitsplatz
Rechte und Pflichten eines Arbeitnehmers
Arbeitssicherheit
Knigge im Beruf |
Stellenrecherche |
Umgang mit Printmedien
Lesen und Deuten von Stellenanzeigen
Erstellen eigener Stellenanzeigen
Stellenrecherche im Internet |
Betriebs-/Orientierungspraktikum |
vermittelt Erfahrungen in einem eventuell neu gewählten Berufsbereich
„Testphase“ für die geregelte Kinderbetreuung
gibt die Möglichkeit, für einen Arbeitsplatz zu profilieren |
Ziel: |
Integration in den 1. Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt |
Maßnahme „IFA“ – Integration jüngerer Frauen in den Arbeitsalltag
Seit März 2007 wird die Maßnahme IFA für jüngere Frauen in Kooperation mit dem Landkreis Emsland in unserem Hause durchgeführt.
Die Maßnahme dient dazu, jüngere Frauen, die durch Kindererziehung und Familienphase dem Arbeitsalltag entwöhnt sind, über einen Starter-Job wieder in den Arbeitsalltag im Rahmen ihrer gegebenen Zeitfenster zu integrieren. Die jungen Frauen sind 6 Monate in der Maßnahme und haben während dieser Zeit die Möglichkeit, mit entsprechender Unterstützung und Betreuung ihren Arbeitsalltag zu planen und sich trotz des eingeschränkten Zeitfensters, das sich durch die Kinderbetreuung und -erziehung bietet, in das Arbeitsleben zu integrieren.
Zur Unterstützung der Teilnehmerinnen wird eine intensive sozialpädagogische Betreuung geboten. Darüber hinaus werden bei Bedarf und auf Wunsch der einzelnen Teilnehmerinnen Bewerbungsunterlagen erstellt sowie Hilfen bei Bewerbungen auf dem 1. Arbeitsmarkt gegeben.
Maßnahme „FTEC“ - Feststellungs-, Trainings- und ErprobungsCenter
Seit Mai 2008 wird das FTEC (vorher TrainingsCenter) in Kooperation mit der Agentur für Arbeit und dem BTZ in unserem Hause durchgeführt.
Die Teilnehmer legen gemeinsam mit der Agentur für Arbeit die Teilnahmedauer und die zu belegenden Bausteine (Einführung in das FTEC, Eignungsfeststellung oder Kenntnisvermittlung, Bewerbungscoaching) fest. Die maximale Teilnahmedauer am FTEC beträgt 20 Wochen bei bis zu 40 Stunden pro Woche in Vollzeit. In der Teilzeitbelegung gelten individuelle Absprachen.
Der Schwerpunkt des FTEC liegt in der Verbesserung der Eingliederungsaussichten und der nachhaltigen Integration in den Arbeitsmarkt. Die notwendigen beruflichen Fähigkeiten und Kenntnisse werden von den Ausbildern des Bildungswerkes des Lingener Handwerks sowie des Berufsbildungs- und Technologiezentrums (BTZ) vermittelt. Im Bedarfsfall arbeiten die Bildungsträger eng mit Kooperationsbetrieben der Region zusammen.
Während der Zeit im FTEC werden mit den Teilnehmern angemessene Selbstvermarktungsstrategien erarbeitet und aktuelle Bewerbungsunterlagen erstellt, wobei individuelle Fähigkeiten und Kompetenzen im Vordergrund stehen. Die Teilnehmer recherchieren zudem nach offenen Stellen und trainieren für Vorstellungsgespräche.
Die Sozialpädagogische Betreuung mit regelmäßigen Sprechstundenangeboten hilft den Teilnehmern im Bedarfsfall bei der Lösung von individuellen Problemlagen.
Inhalte:
Baustein |
Inhalt |
Einführung in das FTEC |
Erläuterungen zum Ablauf des FTEC
Absprache von Terminen und Schulungsplänen |
Eignungsfeststellung |
Übersicht über den Arbeitsmarkt
Überblick über berufstypische Arbeitsbedingungen sowie fachspezifische Kenntnisse und Anforderungen
Prüfung vorhandener Zertifizierungen/ Qualifikationen
Stärken- und Schwächenanalyse
Erarbeitung individueller Fertigkeiten und Kenntnisse |
Kenntnisvermittlung |
Vermittlung von beruflichen Kenntnissen und Fertigkeiten in den Unterschiedlichen Berufsfeldern
Holz
Elektroinstallation
Farbe/ Trockenbau
Metall/ Sanitär- und Heizungstechnik
Bau
Garten- und Landschaftsbau
Lager/ Logistik
Pflege
Hotel/ Gastronomie (HoGa)
Verkauf
Kaufmännischer Bereich |
Bewerbungscoaching |
Reflexion und Aufarbeitung bisheriger Bewerbungsaktivitäten
Erarbeitung realistischer Perspektiven
Entwicklung von Selbstvermarktungsstrategien
Erstellung aktueller schriftlicher Bewerbungsunterlagen
Unterstützung bei der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche
Hilfe bei der Eigenrecherche und den aktiven Bewerbungsbemühungen |
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